Kindesmissbrauch


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Reportage im Radio Prag, Tschechien

http://www.radio.cz/de/artikel/100252

1.200 Kinder jährlich begehen Suizid !!!
15.000 Suizidversuche jährlich !!!

Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht wieder über sexuellen Missbrauch an Jungen oder Mädchen in den Medien berichtet wird.

Was aber bleibt ist die Frage: Wie kann ich mein Kind davor bewahren ?

Statistik Kindesmissbrauch in Deutschland Nach Angaben des Bundeskriminalamtes Wiesbaden 1995 insgesamt 1675 Fälle von körperlichen Misshandlungen, 16013 Fälle sexuellen Missbrauchs und 29 Kindestötungen offiziell registriert.
Nach Expertenschätzungen liegt die tatsächliche Zahl verübter Kindesmisshandlungen jedoch bis zu zehn Mal höher. Der Deutsche Kinderschutzbund geht davon aus, „das über 10% aller Kinder in Deutschland schweren körperlichen Züchtigungen ausgesetzt sind“ , das heißt ca. 1,2 Millionen aller Kinder bis zu 14 Jahren bzw. 1,5 Millionen der Kinder bis zu 18 Jahren. Innocence in Danger bietet nun aber die Möglichkeit für misshandelte Kinder und Jugendliche - oder jeden der nur den Verdacht hat, dass ein Kind missbraucht wird, die Telefonnummer 01805/123465 anzurufen.
N.I.N.A. hört zu und hilft. Auch unter www.nina-info.de.

Die Dunkelziffer

Allgemein für Kindesmisshandlung gilt, dass die Dunkelziffer enorm hoch ist. Den jährlichen etwa 30 000 erfassen Kindesmisshandlungen steht eine Dunkelziffer von über ca. 500 000 gegenüber.



Tabuthema: Sexueller Missbrauch

Sexueller Missbrauch an Mädchen und Jungen ist - trotz intensiverer Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit - nach wie vor ein Tabuthema, mit dem Betroffene häufig allein gelassen werden.

Wir wollen durch unsere Arbeit, auf diesem Weg, zur Information beitragen.

Sexueller Missbrauch an Kindern kann jede sexuelle Handlung sein, die Erwachsene oder ältere Jugendliche an einem Mädchen oder Jungen verüben. Entscheidend ist, dass ein Wissensvorsprung, eine Macht- oder eine Vertrauensposition ausgenutzt wird, um ein Kind zur Befriedigung der eigenen sexuellen Bedürfnisse zu benutzen. Untersuchungen belegen, dass etwa jedes 4. Mädchen und jeder 10. Junge vor dem 18. Lebensjahr einen sexuellen Missbrauch erlebt. Es gibt keine Altersstufe, in der sie vor dieser extremen Form der Gewalt sicher sind.

Definition - Sexueller Missbrauch

Missbraucht ein Erwachsener ein Kind sexuell, so benutzt er die Liebe, die Abhängigkeit oder das Vertrauen für seine sexuellen Bedürfnisse - und setzt sein Bedürfnis nach Unterwerfung, Macht oder Nähe mit Gewalt durch. Er gefährdet die Lebens- und Entwicklungsgrundlage und schädigt die Seele des Kindes. Ein Mädchen oder Junge wird sexuell missbraucht, wenn sie/er zu körperlichen oder nicht körperlichen sexuellen Handlungen durch ältere oder Erwachsene veranlasst oder ihnen ausgesetzt wird. Der Täter befriedigt aufgrund des Macht- und Generationsgefälles und der Abhängigkeit des Kindes sein Machtbedürfnis unter Zuhilfenahme sexueller Handlungen.

Verhaltensauffälligkeiten

Alpträume -Bettnässen - das Kind zieht sich zurück - verändertes Sprachverhalten - schlechtere schulische Leistungen - jede Reaktion der Eltern und deren Erwartungen werden erfasst und beobachtet, um diesen gerecht zu werden.

Opferfolgen

Für die Opfer einer Entführung bedeutet die Situation auch die Gefahr, verletzt oder getötet zu werden. Die psychischen Folgen können gravierend sein. Eine länger andauernde Entführung oder Geiselnahme kann dazu führen, dass sich Opfer und Täter emotional immer mehr annähern. Dieser Effekt wird als Stockholm-Syndrom bezeichnet, weil er im Zusammenhang mit einer Geiselnahme in einer Bank in Stockholm zum ersten Mal beschrieben wurde.

Alle Entführungsdelikte sind nach deutschem Recht als Verbrechen eingestuft. Schon deshalb sind sie Offizialdelikte und werden von Amts wegen verfolgt, auch wenn das Opfer, u. U. aufgrund des Stockholm-Syndroms, keinen Strafantrag stellt.

Bei Entführungen von Kindern können unterschiedliche Tatmotive und Hintergründe eine Rolle spielen.

Zum einen werden Kinder wohlhabender Persönlichkeiten immer wieder Opfer von Entführungen, da sich die Täter ein hohes Lösegeld erhoffen. Bekannte Fälle dieser Art in der deutschen Kriminalgeschichte waren beispielsweise die Entführung von Joachim Göhner, die Entführung von Ursula Herrmann, die Entführung von Nina von Gallwitz, die Entführung der Schlecker-Kinder oder die Entführung von Jakob von Metzler.

In anderen Fällen werden Kinder von psychisch und/oder sexuell gestörten Tätern entführt, die Befriedigung darin finden, ihre Opfer gefangen zu halten, zu misshandeln oder zu missbrauchen und sie mitunter sogar töten.

Klare körperliche Symptome und Verletzungen wie beispielsweise Striemen, Bisswunden, Blutergüsse, Verletzungen im Anal- und Genitalbereich etc. fehlen oft, aber auch im psychischen Bereich findet sich häufig kein eindeutiges Syndrom des sexuellen Missbrauchs. Eine britische Studie zeigte, dass sich bei zwei Drittel der Kinder mit Verdacht auf sexuellen Missbrauch keine körperlichen Verletzungen erheben lassen (vgl. Bange & Deegener 1996, S. 78). Man unterscheidet grob zwei Gruppen von Anzeichen:

Verbale Signale: Ein Kind erzählt oder macht Andeutungen gegenüber einer Person, zu der es großes Vertrauen hat (z.B. Mutter, Verwandtschaft, Lehrerin etc.). Oft sind diese Andeutungen recht zaghaft, da das Kind sich selbst nicht sicher ist, was da mit ihm passiert ist. Die Kinder haben natürlich auch oft Formulierungsschwierigkeiten wenn sie über das Erlebte sprechen wollen. In der Folge hängt es dann von der Vertrauensperson ab, ob der Missbrauch aufgedeckt wird bzw. beendet werden kann (vgl. BM f. Umwelt, Jugend und Familie 1993, S. 49ff). Averbale Signale: Sollte das Kind bei den Versuchen, sich Gehör für das Problem zu schaffen, scheitern, wird es Signale setzen, die auf den Missbrauch aufmerksam machen sollen. Solche Signale sind Verhaltensänderungen und Verhaltensweisen, die den Menschen in der Umgebung meistens auch auffallen. Dies ist nun jener Punkt, wo die Verantwortlichkeit aller einsetzt, die mit dem Kind zu tun haben (z.B. Verwandte, Bekannte, Kindergärtnerinnen, LehrerInnen, SozialarbeiterInnen etc.). Einige Signale sind z.B. Schulschwierigkeiten, Verbesserung der Schulleistungen um zu kompensieren, Erzählungen von unwahrscheinlichen Geschichten über zu Hause, Selbstzerstörung wie Nägelkauen, sich hässlich machen, Selbstmordversuche, Bettnässen, Waschzwang, den Körper nicht herzeigen wollen, Ausreißen von zu Hause, Essprobleme etc. (vgl. BM f. Umwelt, Jugend und Familie 1993, S. 52 f). Symbolischer Ausdruck des Missbrauchsgeschehens und verbale Andeutungen sind nach Streicher-Pehböck & Winkler-Kirchberger (2000):

Auffälliges Angezogensein durch Schmutz, Matsch und Kleister;
Wiederholte Fragen zu sexuellen Themen, obwohl es längst aufgeklärt wurde und Antworten erhalten hat;
es spielt Missbrauchshandlungen mit Puppen in Rollenspielen nach oder zerstört und zerfetzt eine Puppe im Geschlechtsbereich;
es fängt an, jedesmal zu stottern oder zu stammeln, wenn es etwas von sich selbst und seinen Gefühlen erzählen will;
es hat Zeichnungen von nackten Frauen, zeigt sie her oder erzählt, dass es einen Pornofilm gesehen hat;
es erzählt, dass sein Papa im Kinderzimmer schläft;
er erzählt, dass beim Opa Milch aus dem Penis fließt;
es erzählt, dass sein Papa nachts ins Bett macht;
es erzählt, dass in der Nacht oft ein dunkler Geist kommt, der ihm die Bettdecke wegnimmt und es anfasst;
Flucht in eine Phantasiewelt ("ich hab mich einfach weggeträumt, sonst hätte ich das gar nicht ausgehalten");
besondere Stellung in der Familie: Lieblingstochter, die viele Geschenke vom Vater erhält, oder die Mädchen übernehmen früh Verantwortung für Haushalt und Versorgungspflichten.

Unmittelbare Folgen des sexuellen Missbrauchs betreffen die geistige Entwicklung des kindlichen Wissens über Sexualität.

Die jeweiligen Verhaltenssymptome sind häufig altersabhängig (vgl. Engfer 1998, S. 1013):

Bei missbrauchten Kindern zwischen 0 und 6 Jahren zeigen sich vor allem Ängste, Albträume, Regressionen, internalisierendes und sexualisiertes Verhalten. Missbrauchte Kinder zwischen 7 und 12 Jahren leiden oft unter Ängsten, Albträumen, Schulproblemen bzw. zeigen unreifes, hyperaktives oder auch aggressives Verhalten. Im Alter zwischen 13 und 18 Jahren leiden die Kinder oft unter Depressionen, sozialem Rückzug, Suizidneigung, Weglaufen oder aber auch Alkohol- /Drogenmissbrauch.

Prävention

"Steig' nicht in ein fremdes Auto", "zieh' dich ordentlich an", "geh' nicht allein in den Wald", "geh' nicht mit einem Fremden mit", "mach' die Tür nicht auf, wenn du alleine bist","nimm' keine Schokolade von einem fremden Onkel", "sei vor der Dunkelheit zu Hause"… So und ähnlich lauten die Warnungen, mit denen die meisten Mädchen und Buben aufwachsen. Herkömmliche Prävention gibt falsche Information und nicht Sicherheit. Sie führt zu Vermeidungsverhalten, Verängstigung, Einschränkung der Bewegungsfreiheit und Selbständigkeit, Verstärkung der Abhängigkeit von den Eltern.

Die herkömmliche Prävention bereitet geradezu den Boden für Missbrauch, denn fehlinformierte, unsichere, angepasste und abhängige Kinder sind ideale Opfer. Sinnvolle Prävention dagegen muss Kinder stark machen, sie in die Lage versetzen, sexuelle Übergriffe zu erkennen, einzuordnen und sich dagegen zu wehren, das heißt, sich selbst zu schützen.

Prävention muss die Stärke von Kinder aufbauen, die Unabhängigkeit der Kinder fördern, die Mobilität der Kinder erweitern und die Freiheit von Kindern vergrößern. Prävention darf auf keinen Fall Angst machen, denn Angst erzeugt Schwäche, Angst lähmt. Angst entsteht aus Gefühlen von Ohnmacht und Hilflosigkeit. Wir müssen den Kindern das Wissen um ihre Stärke und Handlungsmöglichkeiten vermitteln, denn "Wissen ist Macht".

Fey (1988), beschreibt fünf Themenbereiche als zentral für eine präventive Erziehung:

Mein Körper gehört mir. Der eigene Körper ist wertvoll, jedes Kind hat das Recht, ihn zu schützen.
Intuition: Maßstab für Mädchen und Buben sind ihre eigenen Gefühle; "ich kann mich auf meine Gefühle verlassen".
Berührungen: Kinder lernen zwischen "guten" und "schlechten" sowie "merkwürdigen" Berührungen unterscheiden und die beiden letzteren abzuweisen.
Neinsagen: Kinder dürfen und müssen in bestimmten Situationen Grenzen ziehen und Nein zu den Anforderungen Erwachsener sagen. Sie haben die Erlaubnis, nicht zu gehorchen und sich zu wehren.
Geheimnisse: Kinder lernen adäquate Geheimnisse, wie zum Beispiel Überraschungen, von schlechten, beängstigenden Geheimnissen zu unterscheiden. Wenn Heimlichkeiten unheimlich werden, ist es besser, sich Freunden und/oder Erwachsenen mitzuteilen.

Aus diesen Prinzipien geht hervor, dass sinnvolle Prävention sich niemals nur auf punktuelle Warnungen beschränkt, sondern immer eine Erziehungshaltung ist, die kontinuierlich wirkt. Dies bedeutet, dass präventive Aspekte in die Gesamterziehung integriert werden müssen. Kinder sollen in den oben angeführten Bereichen gestärkt werden, ohne dass gewaltsame sexuelle Übergriffe direkt angesprochen werden müssen. Damit wird vermieden, dass Kinder in dem Gefühl aufwachsen, dass Sexualität und Gewalt zusammengehören und so ein negatives Verständnis von Sexualität entwickeln. Dies hat außer dem präventiven Effekt noch eine weitere Auswirkung: die betroffenen Kinder fühlen sich angesprochen, möglicherweise bekommen sie den Mut, sich gegen sexuelle Übergriffe zu wehren, vielleicht erhalten sie Handlungsperspektiven. Zumindest merken sie, dass es Erwachsene gibt, die von dem Problem wissen. Spiele, Geschichten, Bilderbücher, Lieder, etc. können Gesprächsanlass sein, sodass eine Atmosphäre der Offenheit entsteht, die betroffene Kinder ermutigt, sich anzuvertrauen.